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Obsessionen
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Eine Besonderheit im filmischen Schaffen von Luis Buñuel ist die Überlagerung der realen Welt mit der Traumwelt. Seinen unverwechselbaren Charakter erhält das Werk des aragonesischen Regisseurs aber auch durch den eigenwilligen Umgang mit bestimmten Archetypen, Themen und Motiven. Meist lassen sich diese Konstanten in ihrer Komplexität nur schwer deuten: Unter dem dichten Gewebe von Buñuels Obsessionen treten die Erinnerungen an das heimatliche Calanda und die Nachmittage in Toledo zum Vorschein, ebenso sein entomologisches Wissen und einschlägige Lektüren, die Macht der Träume und des Unterbewußtseins, beißende Kritik, bilderstürmerische Impulse und revolutionäre Weltanschauungen.
In dem breitgefächerten thematischen Repertoire steht die Erotik an erster Stelle. Sie konkretisiert sich häufig im Fetischismus oder in der Wollust des heimlichen Blicks. Die Religion nimmt in ihren Repräsentanten, ihrer Liturgie und ihren Symbolen Gestalt an. In dem unerschöpflichen Bestiarienkatalog äußert sich eine eigentümliche Tierliebe. Körperliche Gebrechen scheinen Buñuel nicht weniger zu faszinieren als der Tod, der als ein schauriges und unbarmherziges Schauspiel daherkommt. Aber auch vermeintlich harmlose Szenen und Objekte aus dem Alltag wie Schachteln, Klaviere, Waffen oder nähende Frauen sind Teil von Buñuels Ikonographie. Auf diesen und anderen Obsessionen, die den Regisseur immer wieder abgewandelt durch sein Schaffen begleiten und die sich durchaus signifikant von den üblichen filmischen Themen unterscheiden, beruht das Besondere und Einzigartige des filmischen Werkes von Luis Buñuel. |
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