Las Hurdes (1933)

Thanatos

Buñuel hat immer betont, er sei überzeugt, daß nach dem Tod nichts sein werde, und daß er an diese Vorstellung sogar eine gewisse Hoffnung knüpfe. In Mein letzter Seufzer schreibt er:
"Ich habe ihn (den Tod) nie zu verdrängen oder zu verleugnen versucht. Aber es gibt nicht viel zu sagen über den Tod, wenn man Atheist ist wie ich. Man muß mit dem Rätsel sterben. Manchmal sage ich mir, daß ich wissen möchte — aber was eigentlich? Man weiß weder während noch nachher. Nach dem Ganzen das Nichts. Uns erwartet nicht anderes als die Verwesung, als der süßliche Geruch der Ewigkeit.”
Luis Buñuel: Mein letzter Seuzfer

"Ich war etwa vierzehn, als sich in mir erste Zweifel an der Religion meldeten, in die man uns so warm eingebettet hatte. Diese Zweifel betrafen die Existenz der Hölle und vor allem das jüngste Gericht, eine mir unvorstelbare Szene. Ich konnte mir nicht vorstellen, daß die Toten aller Zeiten und aller Länder zur letzten Auferstehung aus dem Schoß der Erde kommen sollten, wie es auf den mittelalterlichen Bildern dargestellt war. Das schien mir absurd, unmöglich. Ich fragte mich: Wo sind denn jetzt diese Milliarden und Abermilliarden Leichen? Und weiter: Wenn es ein jüngstes Gericht gibt, was soll denn das andere, das gleich nach dem Tod kommt und im Prinzip endgültig und unwiderruflich sein soll?”
Luis Buñuel: Mein letzter Seufzer

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